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Kreativpreis für Agenturen

Sinalco möchte vom Bionade-Boom auch etwas abhaben.
Also stellte die Getränkegruppe Hövelmann auf der Anuga (Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung) in Köln ein eigenes alkoholfreies Bio-Getränk vor. Soweit nicht schlimm. Wird ja auch Zeit, denn in den Markt muss endlich mal Bewegung. Da sagt ja auch keiner etwas gegen.

Das Produkt, welches Bionade Konkurrenz machen soll wurde unter dem Namen „Sinconade“ vorgestellt und ist in den Geschmackssorten Litschi und Holunder erhältlich.
Wilhelm Josten, Geschäftsführer von Hövelmann möchte, laut Welt „Bewegung in einen boomenden Markt bringen […], der bislang die Angebotsvielfalt vermissen lässt.“ Aha. Bitte, gerne! Aber warum bringt man dann keine Angebotsvielfalt in den Markt?
Offensichtlicher kann man ein Produkt, meiner Meinung nach, doch nicht kopieren.
Da nimmt man nur Geschmacksrichtungen, die es im Original schon gibt.
Super Produktpolitik! Wie wärs mit Kirsche gewesen? Die ist auch rot und fruchtig und wenn man umbedingt etwas haben will, was nach Klostein schmeckt, dann kann man anstelle von Litischi auch die althergebrachte Zitrone verwenden. Nicht ganz so kreativ, aber auch nicht ganz so offensichtlich geklaut.

Jetzt zum eigentlichen Kreativpreis, vielleicht sollte ich wirklich mal einen ausschreiben:
Eine, vermutlich teuer bezahlte, Agentur kommt auf den Produktnamen „Sinconade“. Herzlichen Glückwunsch! Das hat ja so gute Chancen durchzukommen, wie eine Automarke die neu in den deutschen Markt kommt und sich BME oder Auodi nennt.

Natürlich hat Bionade geklagt und natürlich hat Bionade auch eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Köln erwirkt, so dass Sinalco seine Produkte noch vor Ende der Messe wieder einpacken durfte. Wen wunderts?

Wie wäre es mit dem Namen Bionalco? Erinnert mehr an Sinalco, weniger an Bionade und erweckt trotzdem den Anschein eines gesunden Produkts. Außerdem kann sich wohl niemand das Wort „Bio“ schützen lassen.

Wenn ich da jetzt den Etat der Agentur für bekommen würde, wäre das klasse! Danke!

5 Kommentare

  1. Wikipedia sagt hierzu:
    „Bionade erinnert zwar an Limonade, wird allerdings durch Fermentation (Vergärung) von Malz ausschließlich aus kontrolliert-biologisch gewonnenen Rohstoffen hergestellt. Das Getränk in den Geschmackssorten Holunder, Litschi, Kräuter, Ingwer-Orange und Forte (mit zusätzlichem Calcium und Magnesium) wird in Ostheim vor der Rhön in Bayern hergestellt.“
    Das ist mittlerweile sowas wie ein Kultgetränk geworden.
    Aber in einem Büro, wo es Cola, Bier, Döner, Gyros und Co. gibt, da erwartet man ja keine gesunden Sachen 😉

    Mal im Ernst: Probieren lohnt sich! Kräuter schmeckt wie Almdudler, ist aber nicht so süß. Holunder ist lecker fruchtig. Litchi und Ingwer-Orange hingegen haben so ein bisschen das Aroma von Klostein 😉

  2. Lustigerweise sah ich die vier Sorten heute Morgen im Regal vom Supermarkt stehen. Ich würde jede Wette gehen, dass sie dort erst seit Kurzem geführt werden.

    Lecker Almdudler 😀

  3. Geht. Beim Real sind sie eigentlich schon länger. Hier beim edeka stehen sie auch, ich wollte dir eigentlich welche mitbringen….

  4. Pingback: Alexander Langer » Bionade und ich

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